Leben im Rudel
Hallo zusammen, ich bin immer noch Rufus und erkläre euch hier mal, wie und warum mein Leben in unserem Rudel prima funktioniert.
Wie ihr ja sicher alle wisst, sind wir Hunde von Natur aus Rudeltiere. Wir alle stammen vom Wolf ab. Wir leben jetzt zwar schon
ein paar tausend Jährchen mit euch Menschen zusammen, aber ein guter Teil Wolf steckt nun einmal in jedem von uns; egal ab winziger Yorki oder große Dogge.
Wenn ein Rudel aus unserer Sicht gut funktionieren soll, muss es immer einen Chef(Rudelführer) geben, auf den man sich in jeder Situation
verlassen kann.
Da wir in eurer Menschengesellschaft aber unmöglich ein Rudelführer sein können, tut uns den Gefallen und übernehmt diese Rolle
in unserem Rudel voll und ganz. Wir Hunde sind nämlich am glüklichsten, wenn wir eine klare Position in unserem Rudel haben.
Auch mit der untersten Position sind wir total zufrieden.
Warum wir kein Rudelführer bei euch sein können fragt ihr?
Na, ein Rudelführer muss sich um so einiges kümmern, was wir unter euch Menschen nun mal nicht können:
- Er muss das Rudel bei der Jagd(z.B. unsere täglichen Spaziergänge) anführen.
- Er mus sich ums Fressen kümmern.
- Er ist verantwortlich dafür, Gefahren vom Rudel abzuwenden.
Dies sind nur ein paar der wichtigsten Dinge, die ein Rudelführer leisten muss.
Wie soll unser einer denn sowas wohl in der Menschengesellschaft anstellen?
Das können wir genauso wenig, wie ihr Menschen in freier Wildbahn ein Rudel Wölfe anführen könntet.
Also lieber Hundehalter, sei für deinen Hund ein verlässlicher, konsequenter, aber auch liebevoller Rudelführer,
so wie mein Herrchen es für mich ist.
Was wir Hunde außer einer klaren Führung noch so brauchen ist:
- Ausreichend Bewegung(Nein, ein bischen Gassi gehen reicht nicht!)
- Forderung unseres Verstandes
- Liebevolle Zuwendung(Ja, auch Schmusen gehört zu euren Aufgaben)
- Gutes Futter
- Und sauber halten(schön bürsten) müsst ihr uns auch. Wir sind schließlich keine Katzen.
- Am liebsten wären wir auch immer in eurer Nähe(wir sind schließlich ein Rudel).
Mein Herrchen und ich sind jeden Tag ca. 2,5 bis 3 Stunden in der Natur unterwegs. Es geht morgens früh(ziemlich früh, 5:30)
los. Da gehen wir mindestens eine halbe Stunde Gassi. Dann wird gefrühstückt und ich kann danach weiter schlafen, weil Herrchen dann
zur Arbeit geht.
Mittags gehe ich dann mit Frauchen los. Wenn es zu warm ist gehen wir nur etwas spazieren, sonst fahren wir auch gern mal ein bis
zwei Stündchen Fahrrad. Dann gibts wieder was zu beißen. Wenn Herrchen dann von der Arbeit kommt, gehn wir zwei wieder los.
Falls Frauchen und ich mittags schon lange unterwegs waren, gehen Herrchen und ich nur noch ca. eine Stunde raus und machen unterwegs
unsere Übungen, die wir beim Hundesport gelernt haben. Ansonsten sind wir zwei meist erst im Abendrot zurück.
Wir haben auch zusammen gelernt, wie man Fährten folgt oder beim Agility Spaß hat. Herrchen lässt sich immer was Neues einfallen,
damit es uns nie langweilig wird. Bald machen wir wieder einen Lehrgang "Revieren und markieren" mit. Obwohl ich natürlich schon markieren kann
, wie jeder normale Rüde auch. ;-)
Warum erzähle ich euch das hier alles?
Weil es einfach total viele unglückliche Hunde gibt, deren Menschen die Ursachen für diese Zustand nicht kennen, oder
sogar nicht einmal merken, wie schlecht es ihrem Hund wirklich geht.
Ich führe hier mal ein paar Punkte auf, die darauf hinweisen können, dass euer Rudel nicht funktioniert, oder eure Hunde
schlicht falsch gehalten werden. Ich meine damit unzureichend beschäftigt, oder vielleicht nicht konsequent "geführt", oder auch
mit Liebe zur falschen Zeit überschüttet werden.
- Euer Hund will oder kann nicht allein bleiben?
- Er macht eure Sachen(Einrichtung) kaputt?
- Er bellt bei jedem Geräusch und rennt wie irre zur Tür wenn es klingelt?
- Er springt ständig an euch rum, wenn ihr nach Hause kommt?
- Er lässt eure Gäste einfach nicht in Ruhe?
- Er bettelt ständig am Tisch nach "EUREM" Essen?
- Draußen kümmert er sich um alles, außer um euch?
- Eure Kommandos sind ihm völlig egal?
- Er zieht euch an der Leine ständig hinter sich her?
- Er ist immer als erster zu Tür raus?
- Er kläfft im Auto laufend rum?
- Er leckt oder beißt sich Stellen am Körper wund oder auf?
- Er dreht sich wie von Sinnen im Kreis?
Falls ihr hier Veraltensweisen eures Hundes erkennt, solltet ihr ernsthaft über euer Verhältnis zu eurem Liebling nachdenken.
Solche Dinge dürft ihr, zum Wohle eures Hundes nicht einfach so hinnehmen.
Tut eurem vierbeinigen Freund den Gefallen und sucht dann nach Hilfe. So gut wie überall gibt es in der Nähe eine gute Hundeschule,
einen Hundesportverein oder auch einen Hundetrainer, der ja eigentlich "Hundehalter-Trainer" sein muss.
Hier wird euch gerne geholfen, euer Verhältnis zu eurem Vierbeiner wieder ins Lot zu bringen.
Ihr seit es eurem Tier schuldig, dass es sich wohl fühlt. Dieses hat sich ein Leben mit euch nicht ausgesucht, würde es aber
gern mit vollen Zügen genießen bei euch zu sein!
Ich mach jetzt erstmal Schluss, denn Herrchen hat gerufen. Wie immer, hat er bestimmt wieder was Tolles mit mir vor!
Euer Rufus
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